SPDqueer SH

Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung

Pressemitteilung

PM: Jusos SH & SPDqueer SH kritisieren neue Blutspende-Regelung

 

 

Jusos Schleswig-Holstein und SPDqueer Schleswig-Holstein kritisieren neue
Blutspende-Regelung für homosexuelle Männer

Künftig sollen homosexuelle Männer unter bestimmten Bedingungen Blut spenden können.
Die Bundesärztekammer legte entsprechende Änderungen der Richtlinien zur
Blutgewinnung und zur Verwendung von Blutprodukten vor. Der bisherige lebenslange
Ausschluss homosexueller Männer von der Blutspende wird nun umgewandelt in die
Bedingung, vor der Spende ein Jahr lang keinen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Die
Einführung der Karenzzeit kritisieren die Jusos Schleswig-Holstein und die SPDqueer
Schleswig-Holstein scharf.

Sophia Schiebe, Landesvorsitzende der Jusos Schleswig-Holstein: „Der bisherige pauschale
Ausschluss homosexueller Männer stellte Schwule unter einen Generalverdacht. Die neue
Regelung ist nicht viel besser. Die Bedingung, ein Jahr lang keinen Geschlechtsverkehr zu
haben, um spenden zu dürfen, ist nach wie vor ein faktischer Ausschluss von der
Blutspende.“

Lukas Zeidler, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein: “Die neue
Regelung ist völlig realitätsfremd. Die Sicherheit des gespendeten Blutes kann auch ohne
pauschale Verbote sichergestellt werden. So ist HIV heutzutage schon nach sechs Wochen
nachweisbar. Die neue Regelung ist keine Lockerung, sie ist eine Farce. Wir fordern,
homosexuelle Männer endlich nicht mehr als pauschale Risikogruppe bei der Blutspende
einzustufen und alternative Methoden zur Sicherstellung der Blutqualität zu finden.“

Maik Grill, Landesvorsitzender der SPDqueer Schleswig-Holstein: „Die Änderung der
Blutspenderichtlinien durch die Bundesärztekammer ist weiterhin eine Diskriminierung von
homo- und bisexuellen Männern.
Mal ganz ehrlich, welcher Mann, der in einer gesunden Partnerschaft oder Ehe lebt, würde,
um Blut spenden zu dürfen, auf Sex verzichten und damit möglicherweise die Beziehung
zerstören. Unverständlich ist auch, dass alle Schwulen und bisexuellen Männer in einer
Risikogruppe zusammengefasst werden – egal, ob sie in einer enthaltsamen Partnerschaft
leben oder Safer Sex praktizieren. Diese Änderung ist weiterhin ein diskriminierender
Versuch, homo- und bisexuelle Männer vom Blutspenden abzuhalten!”

 

Sophia Schiebe - Landesvorsitzende Jusos SH

Sophia Schiebe – Landesvorsitzende Jusos SH

Lukas Zeidler - stv. Landesvorsitzender Jusos SH

Lukas Zeidler – stv. Landesvorsitzender Jusos SH

Maik Grill - Landesvorsitzender SPDqueer SH

Maik Grill – Landesvorsitzender SPDqueer SH